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Der Münchner Merkur schreibt in seiner Ausgabe vom 1.12.2005:
“Das Räuberviertel hat sich gemausert Seit heute ist das neue Westendbuch im HandelKeine Minute
später hätte das neue Westendbuch fertig werden dürfen. Mit quitschenden Reifen hat Mitorganisator Hellmut Gutsche den ersten Teil der Auflage vom Buchbinder abgeholt – und direkt zur Buchvorstellung gefahren.
Voller Stolz griffen als erstes die Autoren danach. Allesamt Westendler, die ein Jahr an ihrem Stadtteilbuch gearbeitet haben. Herausgekommen ist ein wunderschönes Abbild des ehemaligen “Räuber-“ oder
“Glasscherbenviertels”. Die wenig charmanten Beinamen zeugen von dem schwierigen Beginn des Industrieviertels mt vielen Brauereien, einem bekannten Rotlichtbezirk und traditionell vielen Arbeitern. Die neun
Autoren haben das Viertel in Themen unterteilt: von A wie Architektur bis Z wie Zahlen kann man auf 246 Seiten – reichlich bebildert – sehen, wie sich das Viertel in fünfzig Jahren gewandelt hat...” (jeb)
Aus: Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2005 “Schafe und Schwefeldämpfe Über das Westend ist ein neues Stadtteilbuch erschienen
Schafe weiden auf der Theresienwiese. Der dichte Nebel einer Schwefelsäurefabrik verhüllt die Landsberger Straße. Und 1927 stand im Westend die damals schnellste
Nähmaschine der Welt. Dies und vieles mehr ist nachzulesen im neuen Buch “Das Westend – Geschichte und Geschichten eines Münchner Stadtteils”. Auf rund 250 Seiten wollen die Autoren mit unzähligen historischen
Bildern und vielen Texten “einen Bogen von der Gründung bis in die Gegenwart spannen”. Das Buch ist ein Gemeinschaftswerk von acht Autoren und vier Fotografen. Bei der offiziellen Präsentation im Ledigenheim gab es viel
Lob: “Ich bin überwältigt von den Bildern und vom Aufbau des Buches. Es ist begeisternd”, sagte Otmar Petz, Vorstand im Ledigenheim und offenkundig selbst begeistert. In den sieben Kapiteln geht es natürlich um die
Geschichte des Westends (“Von der Sendlinger Haide zur Boomtown”), aber auch um die “Menschen auf der Schwanthalerhöh”. Ein ehemaliger Blumenhändler berichtet eine “nette Anekdote”: Mehrmals im Jahr machte ein Schäfer
mit seiner Herde Station auf der Theresienwiese. Wenn er weiterzog, trieb er die Schafe durch die Kazmair- und Ligsalzstraße, vorbei an dem Blumenladen. Die Schafe fraßen dann immer die herausgestellten Blumen. Anfang
der siebziger Jahre war damit Schluss: Dann kam der Schäfer nicht mehr auf die Theresienwiese. Eine der “dunstigsten Episoden” zu Industriegeschichte des Viertels ist der früheren Schwefelsäurefabrik gewidmet. Vom
Jahr 1841 an wurden dort Soda, Chlorkalk und Glaubersalz hergestellt. Je nach Luftdruck war dann manchmal die Umgebung “in undurchdringlichen Nebel gehüllt, der die Alleebäume der Landsberger Straße eingehen und das
Gras vergilben ließ. Die Arbeiter verloren die Zähne, die Mieter der umliegenden Häuser suchten das Weite.” 1873 wurde der Betrieb eingestellt. Der Leser könne viele weitgehend “unbekannte Seiten” des Viertels kennen
lernen, resümierte Autor und Mitherausgeber Jürgen Stintzing.“... (Wally Schmid) Aus: Westendanzeiger, 8. Dezember 2005“ Das Westend
Das neue Buch über einen lebendigen StadtteilStadtteilgeschichte ist wichtig, um das Zusammenleben in einem städtischen Mikrokosmos zu dokumentieren. Seit
den Anfängen des Münchner Westend im 19. Jahrhundert ist dort ein beständiger Wandel zu beobachten, der in einem neuen Buch über das Viertel festgehalten ist: “Das Westend – Geschichte und Geschichten eines Münchner
Stadtteils” heißt das soeben erschienene Buch, das die Nachfolge und Fortschreibung früherer, jetzt vergriffener Bücher über den Stadtteil übernimmt.... Das sehr gut ausgestattete Buch mit seinen überaus kundigen
Texten enthält zahlreiche, vielfältige Beiträge unter anderem über die Geschichte des Stadtteils (dabei auch über Verfolgung und Widerstand von 1933 bis 1945 und über Einrichtungen wie die Post, die Feuerwehr und das
Hauptzollamt) über die Bewohner (inklusive Griechisches Haus, Multikulturelles Jugendzentrum, Polizei und lokalpolitische Bürger-Aktivitäten) – über Kunst und Kultur (hier auch Kino, Bühnen, Literatur und Kunst im
öffentlichen Raum) – über Bauen und Wohnen (von den Bau- und Wohnungsgenossenschaften bis zu Sanierung und neuem Wohnen) – über Handel und Gewerbe (vorm Sterben der Fabriken bis zu Dienstleistungen, Handwerk,
Einzelhandel und Gaststätten) – über Verkehr und Straßennamen bis zu Freiräumen und Hinterhöfen. Dazu kommen eine Chronik des Stadtteils, statische Daten, ein Verzeichnis der Institutionen und eine umfangreiche
Literaturliste.”... (Helmar Klier) |